Selbstfürsorge und Stabilisierung

Es bewegt sich (endlich) etwas, also dranbleiben. Auf jeden Fall dranbleiben. Keine Pause machen. Investigativ sein, weiterkommen, nicht mehr vor verschlossenen Türen stehen. Denken: So schlimm ist es ja bei mir nicht. Maßlose Selbstüberschätzung. Ein paar Wochen lang.

System overload. TILT.

Schlafen, dissoziieren, erstarren, sich verlieren, immer mehr. Gedanken in Endlosschleife, Körper mag nicht mehr. Schlafen, vor dem Rechner sitzen, nicht mehr arbeiten können.

Nach einer sehr fürsorglichen Mail meines Therapeuten schließlich so etwas wie Einsicht: Erst mal (wieder) Stabilisierung. Jochen Peichl schreibt:

„Ganz allgemein gesagt braucht es mehr bewusste Kontrolle über das emotionale Gehirn (Limbisches System); die wichtigsten Pathways einer bewussten Gegensteuerung sind:

  • Aktion, d.h. Mobilisierung, sich bewegen
  • Aktivierung des Mediofrontalen Cortex
  • Steigerung des Tonus der X-Hirnnerven, des Nervus Vagus.“

Alles, was dazu dient, ist gut: Joggen und sich bewegen, Förderungen der Bindungsressourcen, Atemtechniken, Massage, Joga, Qi Gong, AT oder Jacobson (PMR) und Funktionelle Entspannung.“ (Peichl 2007, S. 181 f.)

Ähem. Ja. Schlafen, vor dem Rechner sitzen und ständiges Grübeln meint er wohl nicht.
Ich beantworte seinen Stabilisierungsfragebogen mit je vier Fragen zur körperlichen, psychischen und sozialen Stabilität (ebd., Anhang 2) und muss fast lachen: Überraschenderweise ist der  Wert nicht wirklich gut (20 von 48 Punkten).
Peichl schreibt: „Alle Werte unter 24 signalisieren, dass noch viel Energie und Aufmerksamkeit der Stabilisierung gelten muss.“ (ebd., S. 182)

Ich hab’s ja verstanden … Und was nun? Sich zu bewegen hört sich leicht an, fällt mir aber unglaublich schwer.
Der Plan: Erst einmal mit der Imaginationsübung „Wohlfühlort/Sicherer Ort“ von Luise Reddemann (Reddemann, Hör-CD, 2007) beginnen. Ohne einen inneren sicheren Ort scheint es tatsächlich nicht zu klappen. Es ist lange her, dass ich die Übung zum letzten Mal gemacht habe.

Morgen denke ich weiter.

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Ein Gedanke zu „Selbstfürsorge und Stabilisierung

  1. Gut: Ich komme dem inneren sicheren Ort tatsächlich näher.
    Nicht gut: Immer, wenn ich Imaginations- oder Achtsamkeitsübungen mache, bekomme ich Schmerzen (Muskeln, Gelenke, Organe). Das ist doch doof.

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