Gedanken zum Blog – eine Zwischenbilanz

Zahlen
Das Blog ist jetzt seit dem 20. Mai 2011, also seit genau fünf Wochen online.
Bisher hat die Statistik 2274 Aufrufe gezählt, davon 554 am verkehrsreichsten Tag, was ich der Veröffentlichung auf einer ziemlich großen Mailingliste zu verdanken hatte. Vielen Dank noch einmal dafür!
Insgesamt habe ich 19 Artikel und 7 Seiten online gestellt, von denen einige noch auf Ergänzungen bzw. ihre Fertigstellung warten.
Mich haben außerdem zahlreiche Kommentare und Mails erreicht, für die ich mich an dieser Stelle ebenfalls noch einmal herzlich bedanken möchte.

„sich nackig machen“
Viel nachgedacht habe ich über die Frage, ob das, was ich hier schreibe, nicht zu selbstdarstellerisch bzw. exhibitionistisch daherkommt und doch eigentlich belanglos ist. Eine Antwort darauf habe ich noch nicht gefunden, wahrscheinlich müssen dies andere entscheiden.
Ich weiß, dass ich mich darstelle, und ja, ich mache mich ziemlich „nackig“ dabei. Für mich ist das okay, weil ich größtmögliche Vorkehrungen zur Wahrung meiner Anonymität getroffen habe. Sie ermöglicht es mir, meine Gedanken und Gefühle ehrlich preisgeben zu können, ohne irgendwelche Reaktionen im realen Leben befürchten zu müssen. Und es gelingt mir meist recht mühelos zwischen Therapie/Blog und Alltag/Beruf zu switchen. (Wenn ich es nicht übertreibe …)
Inwiefern sich Leser des Blogs eventuell fremdschämen bzw. denken „Das wollte ich nun wirklich nicht wissen!“, kann ich nicht beurteilen.
Distanzierter an die Sache heranzugehen würde bedeuten, wichtige Prozesse nur sehr theoretisch bzw. oberflächlich darstellen zu können. Mir ist es jedoch wichtig, meine Gefühle und Reaktionen möglichst genau zu beschreiben, z.B. um bestimmte Dynamiken zu verdeutlichen.
Vielleicht mag mir jemand eine Rückmeldung dazu geben? Ich würde mich sehr darüber freuen.

Reflexionshilfe und „dranbleiben“
Das Blog hilft mir persönlich auf jeden Fall bei der Reflexion und Auswertung meiner Therapieerfahrungen, und zwar besser, als ein Tagebuch dies könnte. Ich fühle mich beim Schreiben des Blogs „genötigt“, meine Gedanken- und Gefühlswelt so weit zu strukturieren, dass ich sie langsam selbst besser zu verstehen glaube. Darüber hinaus geht mir nicht mehr ganz so viel verloren. Ich kann den Faden besser halten.

Anregungen für andere
Ob meine Beiträge auch anderen eine Hilfe sein können, weiß ich nicht. Ich denke, dass die positiven Erfahrungen und die Schritte nach vorn eventuell dazu geeignet sind. Die Rückschläge gehören aber leider auch dazu und ich würde mich freuen, wenn sie – so absurd sich das vielleicht anhört – ebenfalls Mut machen könnten. Vielleicht erkennt sich der eine oder die andere in einer Beschreibung wieder und stellt fest, dass er/sie nicht alleine ist. Außerdem: Eine der schlechtesten Bands ever hat mal gesungen: „Immer wieder aufsteh’n, immer wieder sagen es geht doch!“

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2 Gedanken zu „Gedanken zum Blog – eine Zwischenbilanz

  1. Hallo Maya, wer sich „fremdschämt“, soll woanders weiterlesen! ;-) Außerdem gibt es keinen Anlass, weder zum Selbst- noch zum Fremd-Schämen. Wobei so ein außerordentliches Schamgefühl wohl auch zu den Symptomen der kptbs gehören kann.

    Ich schätze deinen Blog sehr, weil du nüchtern und strukturiert schreibst. Ich finde auch, dass du sehr gut die Balance wahrst zwischen Einblick geben in deine Gefühlslage und therapeutische Erfahrung einerseits und nur das Nötigste über dich mitzuteilen andererseits. Sicher kann man schwer über etwas wie kptbs und deren Therapie sagen, ohne einiges von dem mitzuteilen, was zu dieser „Störung“ (*) geführt hat. Ich finde aber, dass Du Dich dabei überhaupt nicht „nackig“ machst. Liebe Grüße, Nico

    • Hallo Nico,
      auch für diesen Kommentar danke ich Dir sehr! Es freut mich, dass meine Schreiberei bei Dir so ankommt, wie sie gemeint ist. Und es freut mich ebenfalls, dass Du sie als strukturiert und nüchtern empfindest, denn auch das passt ganz gut zu meiner Intention. Wobei „nüchtern“ wahrscheinlich immer nur relativ sein kann … Ich werde mich jetzt mal daran machen, die Therapie-Seite mit Inhalt zu füllen.
      Danke und liebe Grüße
      Maya

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