Kindheit

Überblick und Einschränkungen:
An dieser Stelle möchte ich einige Erlebnisse aus meiner Kindheit und Jugend schildern.
Ich habe lange überlegt, ob dies notwendig ist. Ob es nicht auch ohne geht. Ob eine solche Darstellung nicht zu persönlich ist und warum das jemanden interessieren sollte.
Ich habe mich dafür entschieden. Warum, weiß ich nicht  genau. Es fühlt sich richtig an. Vielleicht findet sich jemand wieder.
Einige Aspekte werde ich jedoch auslassen, weil sie zu intim sind.

Bevor ich beginne, möchte/muss ich noch kurz mein ewiges Problem skizzieren: Es gibt Schlimmeres. Das ist sicher. Ich weiß, dass Erleben subjektiv und damit unvergleichbar ist. Ich weiß, dass a plus b nicht immer c sein muss. Und ich kann dies jedem anderen zugestehen. Für mich gilt es jedoch nicht. Ein Teil von mir denkt, dass das, was ich erlebt habe, nicht Ursache meiner heutigen Probleme sein kann. Dass es nicht schlimm genug war. Dass ich mich anstelle, dramatisiere, mir etwas einbilde.
Ich schäme mich daher fast, etwas über meine Geschichte zu schreiben, weil ich Gedanken/Reaktionen wie „Na und? Das war’s jetzt?“ fürchte. Ein Teil von mir müsste ihnen zustimmen.

Hinweis: Ich verwende keine Spoiler.

Tagebucheinträge als Vierzehnjährige:
[…] Ich will versuchen, mit Mutti und Papi besser auszukommen, denn eigentlich kann ich mir ja keine besseren Eltern wünschen und sie haben es wirklich schwer mit mir. Aber manchmal sind auch sie sehr schwer zu verstehen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich in der Pubertät bin. […]
[…] Ich habe in meinem Leben noch nie etwas Schweres erfahren und bin doch oft so unzufrieden. Wieder einmal merke ich, wie egoistisch ich bin. Ich bin nur zufrieden, wenn alles, aber auch wirklich alles nach meinem Köpfchen geht. […] Ich habe die besten und liebsten Eltern, kann zur Schule gehen, habe Freunde, bekomme so vieles und doch bin ich oft so unzufrieden. […]

Allgemeines:
Mein Name ist Maya. Ich wurde Anfang der 70er-Jahre geboren und wuchs als Einzelkind berufstätiger Eltern auf.
Meine Mutter würde ich als dominant, unsicher und machtbesessen, meinen Vater als harmoniebedürftig und cholerisch bezeichnen. Beide waren sehr auf die Außenwirkung der Familie bedacht. Insgesamt weiß ich wenig über meine Eltern. Sie haben nie viel über sich erzählt. Dass beide in ihrer Kindheit Gewalt erlebt haben, habe ich eher zufällig erfahren.
Unter den Geschwistern sowie Neffen und Nichten meines Vaters gab und gibt es einige Alkoholiker, psychisch erkrankte und geistig behinderte Menschen. Eine Cousine väterlicherseits hat sich vor ein paar Jahren umgebracht, ebenso mein Stiefgroßvater mütterlicherseits (auch Alkoholiker).
Insgesamt wurde und wird in beiden Familien vieles verschwiegen bzw. zurechtgebogen. Der Suizid meines Großvaters wurde z. B. als tödlicher Schlaganfall „verkauft“. Es gibt viele Geheimnisse in meiner Familie, die schwer zu greifen sind.

Dies weiß ich aus Erzählungen:
Meine Geburt verlief wohl ziemlich problematisch und meine Mutter erhielt eine Vollnarkose. Als sie aufwachte, lag ich bereits gewaschen und angezogen in einem „Glaskasten“ neben ihrem Bett. Ihr Versuch mich anzufassen wurde von einer Krankenschwester mit einem barschen „Lassen Sie das, Sie sind doch noch dreckig!“ unterbunden. Meine Mutter gehorchte.

In den folgenden Tagen versuchte meine Mutter mich zu stillen, ich trank jedoch kaum bzw. spuckte alles wieder aus, was meine Mutter so nervös werden ließ, dass bald gar nichts mehr ging.
Meine Essprobleme ließen nicht nach. Im Alter von etwa einem halben Jahr kam ich wegen Unterernährung ins Krankenhaus, wo ich ca. drei Wochen behandelt wurde. In dieser Zeit durften meine Eltern mich fast ausschließlich durch eine Glasscheibe hindurch betrachten.
All dies war besonders meiner Mutter sehr unangenehm, weil sie sehr um die Außenwirkung besorgt war. Ein Kind, das nicht aß und wegen Unterernährung ins Krankenhaus musste, passte nicht in ihr Bild von einer „heilen“ Familie. Es sollte doch alles perfekt sein.

Mit Stolz erfüllte sie, dass ich bereits mit etwas über einem Jahr „sauber“ war. Sie hatte mich einfach immer so lange auf dem Töpfchen sitzen lassen, bis ich es irgendwann „verstanden“ hatte. Ging etwas daneben, ließ sie mich stundenlang mit dem Malheur herumlaufen. „Ob das so richtig war“, bezweifelt sie heute.

Hier beginnen meine Erinnerungen:

Ängste:
Aus meiner früheren Kindheit weiß ich nicht mehr viel. Ich erinnere mich daran, dass ich vor allem nachts sehr große Angst hatte.

Ich war häufig alleine. Manchmal wachte ich im Wohnzimmer auf und wusste nicht, wie ich dorthin gekommen war. Ich suchte meine Eltern und fand sie nicht. Ich starrte nachts stundenlang auf die Tür, entwickelte Zudeck-Rituale und schlug mit dem Kopf gegen den Bettkasten. Wenn meine Eltern zuhause waren, schlich ich mich in ihr Schlafzimmer und versuchte, mich zwischen sie zu legen, weil ich nicht allein bleiben wollte. Meist bemerkten sie mich und brachten mich zurück in mein Zimmer.

Ich habe einige Szenen vor Augen, von denen ich nicht sicher weiß, ob sie der Realität entsprechen, ob ich sie gespielt oder geträumt habe. Ich kann meiner Wahrnehmung nicht trauen, meine Erinnerungen sind eiskalt und stark fragmentiert. Und ich will niemandem Unrecht tun.

Ich weiß von einigen Situationen, in den ich Todesangst hatte, in denen ich sicher war, dass ich sterben würde. Aber auch diese Erinnerungen sind eiskalt.

Machtkämpfe:
Meine Kindheit und Jugend war geprägt von Machtkämpfen.
Alles war in Ordnung – ich war in Ordnung – wenn meine Bedürfnisse mit denen meiner Eltern übereinstimmten. Es gab zwei Alternativen: entweder ich funktionierte gut, war freundlich und aufgeschlossen. Dann vermittelten mir meine Eltern das Gefühl, okay zu sein. Sie waren stolz, ich bekam Geschenke, wurde verwöhnt. Meine Mutter sagte häufig, dass sie glaube, zwei Töchter zu haben. Alle Leute würden ihr sagen, was für ein nettes Kind ich sei. Wenn ich (nur) wollte, könnte ich alles schaffen.

Wenn ich Bedürfnisse äußerte, die gerade nicht passten, oder „negative“ Gefühle zum Ausdruck brachte, eskalierten die entsprechenden Situationen meist. Ich war dann „bockig“, „frech“ oder „faul“, musste „alles kaputt machen“ usw.

Hier ein paar Beispiele:

Mit drei Jahren – ich hatte wie gesagt sehr große Angst vor dem Alleinsein – wollte ich meine Eltern zum Daheimbleiben bewegen, indem ich ihnen androhte, aus dem Fenster (Hochhaus) zu springen, wenn sie an diesem Abend weggingen. Meine Mutter ging zum Fenster, öffnete es und sagte: „Spring doch! Dann bist du aber tot und ganz alleine.“ Dann gingen sie aus.

Mit etwa vier Jahren wollte ich meiner Mutter ein selbst gebasteltes Geburtstagsgeschenk zeigen, weil ich mich wegen eines vorangegangen Streits, der mit irgendwelchen Verboten geendet hatte, verletzt fühlte. Mein Vater drohte mir, ich wollte das Geschenk aber trotzdem holen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass er mich verprügeln würde, wenn ich mich widersetzte. Ich tat es trotzdem.

Als ich etwa sieben Jahre alt war, hat er mich auf einem Waldweg verprügelt, weil ich „bockig“ war und nicht mit nach Hause wollte. Wir waren erst kurze Zeit unterwegs gewesen, als sich meine Freundin ihr Knie aufgeschürfte und zu ihrer Mutter wollte. Ich wollte das nicht einsehen, hatte mich so auf den gemeinsamen Spaziergang gefreut. Er versuchte es zunächst mit „Dann gehen wir eben alleine.“. Als die beiden dann fast außer Sichtweite waren, ich jedoch noch immer keine Anstalten machte ihnen zu folgen, kam mein Vater, nachdem er mehrere Drohungen ausgestoßen hatte, irgendwann zurück. Ich blieb stehen und wartete. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die bewusste Entscheidung getroffen, nicht mehr zu schreien.

Spätestens ab diesem Alter kann ich mich daran erinnern, dass schnelle Bewegungen meiner Eltern ein reflexhaftes Arm-vors-Gesicht-Reißen zur Folge hatten. Als meine Mutter sich mal mit zwei Nachbarinnen unterhielt und sich zu schnell zu mir umdrehte, war ihr meine Reaktion sehr peinlich und sie versuchte, die Situation mit einem bestürzten „Mein Gott, was ist denn los?“ zu retten.

Mit etwa 13, 14 Jahren habe ich mal vergessen, die Wohnzimmertür zu schließen, und meine Vögel fliegen lassen. Sie fielen hinter den Wohnzimmerschrank und kamen nicht mehr heraus. Meine Mutter verbot mir, etwas zu unternehmen. Sie meinte, ich sei selbst Schuld und wollte irgendwohin fahren. Die Situation eskalierte und ich betitelte sie als „Schlampe“. Ich war einfach unglaublich verzweifelt, weil ich Angst um meine Vögel hatte. Im Nachhinein sagte sie, dass durch diesen Ausspruch etwas in ihr zerbrochen sei.

Ein anderes Mal fuhr ich auf dem Kofferraum unseres Autos mit, weil meine Mutter mich wegen eines Streits nicht wie versprochen zu einem wichtigen Termin fahren wollte. Sie fuhr ziemlich schnell und ich habe einige Male überlegt, mich fallen zu lassen.

Ursache/Wirkung:
Wenn ich mit meinem Vater Streit hatte, ging es häufig eigentlich um meine Mutter. Er hatte das Bedürfnis, sie verteidigen bzw. Zusammengehörigkeit demonstrieren zu müssen. Es war fast so, als meinte er, sie vor mir schützen zu müssen. Fatal waren z. B. Aussagen wie „Das stimmt doch gar nicht.“, weil mein Vater darauf sehr empfindlich reagierte („Willst du sagen deine Mutter lügt?“).

Meist hat er mich angebrüllt/beschimpft und erst einige Male ins Gesicht und auf den Kopf geschlagen. Irgendwann lag ich auf dem Boden (wahrscheinlich habe ich mich fallen lassen) und er hat weiter zugeschlagen. Meine Mutter stand meist daneben und schaute triumphierend zu.
Einmal habe ich den Arm zu schnell hochgerissen, als mein Vater mich schlagen wollte. Er hat dies als Angriff gewertet („die Hand gegen seinen Vater erheben“) und ist durchgedreht. Er hat wie ein Irrer auf mich eingeschlagen und mich getreten, als ich auf dem Boden lag. Dabei hat er Dinge wie „ich hau dich tot“, „ich mach dich kaputt“ und so gebrüllt. Ich weiß noch, dass ich ihm das geglaubt habe. Ich dachte wirklich, er bringt mich um.
Ein anderes Mal habe ich mich „auf der Flucht“ in meinem Zimmer eingeschlossen. Meine Eltern standen vor der Tür (mein Vater schlug dagegen) und brüllten, dass ich aufmachen sollte, weil er sie sonst eintreten würde. Die Entscheidung fiel mir schwer.

Ich weiß nicht mehr, wie solche Situationen endeten, ob er/sie Gegenstände benutzte. Ich glaube ja, weiß es aber nicht. Ab einem gewissen Zeitpunkt fehlt mir die Erinnerung. Leider gilt das für verschiedene Bereiche. Da sind einfach sehr viele schwarze Flecken.

Wenn wir stritten, ging es meist um alltägliche Dinge. Das konnten Meinungsverschiedenheiten, unerledigte Aufgaben (Zimmer-Aufräumen, Spülen, Saugen, Badezimmer-Putzen, Müll), „Unverschämtheiten“ sein. Irgendwann wurde die Situation aggressiver, bis sie schließlich eskalierte. Erst gab es Schläge, dann Hausarrest und Verbote, wobei meine Mutter immer diejenigen Dinge „strich“, die mir zu der Zeit am wichtigsten waren (Urlaube, Tiere etc.). In diesen Situationen wollte(n) sie mich brechen, da bin ich sicher. Es ging nur noch ums Gewinnen.
Anschließend setze sich mein Vater vor den Fernseher und meine Mutter stand pfeifend/trällernd in der Küche. Die Situationen mit meinem Vater waren irgendwie heftiger, weil er kräftiger und ausdauernder war. Vielleicht hing ich auch mehr an ihm.

Ich bin mal gefragt worden, ob ich mich köperlich gewehrt hätte. Undenkbar. Nein. Nie. Und das scheint mir auch noch heute vollkommen unmöglich.

Mit ca. 17 habe ich jedoch begonnen, mich verbal zur Wehr zu setzen. Einmal habe ich meinem Vater zum Beispiel zu Beginn eines Streits gesagt, er solle doch zuschlagen, alles rauslassen, dann würde es ihm vielleicht besser gehen.

Stimmte etwas nicht, ging es immer um meine Gesamtperson und alle zu diesem Zeitpunkt interessanten/aktuellen Bezüge, nie nur um ein falsches Verhalten. Sie übertrugen den Konflikt, und damit verbunden die Strafen, auf Bereiche, die damit gar nichts zu tun hatten.
Eine Freundin von mir hat oft irgendwo auf mich gewartet, weil ich kurzfristig Hausarrest bekommen hatte, sie telefonisch aber nicht mehr erreichen konnte. Meine eigene Schuld … (auch ein Lieblingsspruch meiner Mutter: „Das hast du dir selbst zuzuschreiben.“).
Eine andere Freundin war häufiger bei uns zu Besuch. Im Nachhinein hat sie mir erzählt, dass sie Angst vor meiner Mutter hatte. Sie bekam natürlich mit, wenn es Ärger gab und meine Eltern mich schlugen. (Nicht direkt vor ihr, sondern im Nebenzimmer.) Mir war es immer sehr unangenehm, dann zu ihr zurückzugehen.

Beliebte Sprüche meiner Eltern waren:
Du weißt gar nicht, wie gut du es hast.
Dir geht’s echt zu gut …
Die Kinder im Heim wären froh, wenn …
Nimm dir mal ein Beispiel an deinen Freundinnen. <–> Wenn die anderen aus dem Fenster springen, springst du dann auch?
Immer, wenn es mal schön ist, musst du alles kaputtmachen.
Du gehörst doch in die Irrenanstalt.
Mit dir stimmt doch was nicht. Du hast sie doch nicht mehr alle.
Erzähl doch keinen Mist!
Das _kann_ gar nicht sein.
Du lügst doch wie gedruckt.
Ich zähle bis drei …
Wenn ich gleich wiederkomme …
Ich geb dir gleich …
Du hast schon lange dein eigenes Geschrei nicht mehr gehört. (halb im Spaß)
Du kannst schreien, so laut du willst.
Schrei ruhig, dann wissen alle anderen endlich mal, was du für ein schreckliches Kind bist!
X ist übrigens gestrichen.
Y kannst du übrigens vergessen.
Wir hatten uns ja überlegt, dir X zu erlauben/zu schenken, aber so, wie du dich heute wieder benommen hast …

Wahrnehmungs- und andere Probleme:
Einmal habe ich versucht, mit meiner Mutter darüber zu reden, als ich bereits nicht mehr zu Hause wohnte. Sie meinte, sie hätte mir wohl zu viel durchgehen lassen, sei nicht konsequent genug gewesen.
Als sie das sagte, war meine Wahrnehmung vollkommen durcheinander. Sie schien das wirklich zu glauben. Ich fuhr daraufhin zu einer Freundin, um zu erfahren, was denn nun stimmte. Ich wusste es einfach nicht mehr. Sie bestätigte meine Version.
Ich bin sehr froh darüber, dass ich Zeugen habe, sonst wäre ich mir absolut nicht sicher, ob ich mir das nicht alles eingebildet habe.

Meine Wahrnehmung war und ist noch immer sehr störungsanfällig. Ich glaube mir selbst sehr häufig nicht und das macht es schwierig, bestimmte Themen zu bearbeiten.

Insgesamt ging es unheimlich viel um die Fassade. Was in den eigenen vier Wänden besprochen wurde oder geschah, hatte dort zu bleiben. So sprach ich auch nie über meine Erlebnisse. Freunden gegenüber hatte ich „mal wieder Stress mit meinen Eltern“.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals mit Problemen zu meinen Eltern gegangen wäre oder ihnen etwas von mir erzählt hätte. Sie sagten immer, sie seien eine „Front“ und würden zusammenhalten. Was ich täte und was sie täten, sei ein himmelweiter Unterschied.

Ich war alleine.

Neben einigen „psychischen Defekten“ führte das Ganze zu einem „Nicht-Verhältnis“. Mittlerweile haben wir eine recht „freundliche“ Beziehung. Ich kann sie einen begrenzten Zeitraum über ertragen und tue das auch. Wie ich das bei den meisten Menschen mache.

Sie hatten sicher gute Absichten, was meine Erziehung, meine Zukunft betraf. Und das meine ich nicht sarkastisch.

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14 Gedanken zu „Kindheit

  1. Hallo,

    ich finde es wunderbar mutig, was Du machst, das alles aufzuschreiben. Ich habe es mit Betroffenheit gelesen. Bei mir war es so ähnlich und auch wieder anders, aber auch Gewalt.
    Bin auch komplex traumatisiert und hab lange gebraucht, bis ich mich (mit Hilfe einer wissenden, aussenstehenden Person) selbst diagnostiziert hab.

    Ich schau hier immer wieder mal rein. Mach weiter, bitte! Über dieses Thema gibt es so viel zu schreiben und leider weiß kaum jemand was davon, bzw. von den schrecklichen Folgen, die Gewalt und Missbrauch in der Kindheit hat.

    v. Grüße, Gaby S.

    • Hallo Gaby,
      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Sie motiviert mich weiterzumachen.
      Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft auf Deinem Weg!
      Viele Grüße
      Maya

  2. Hallo,
    Ich bin’s nochmal. Deine Offenheit beruehrt mich. Vieles kenne ich auch. Und ich kann dir sagen, bei deinen Schilderungen hab ich nicht gedacht „War’s das“ sondern „wann hoert das auf“. Du hast viel schlimmes erlebt, wovon eine Situation schoen zu viel gewesen waere. Daran besteht kein Zweifel.
    Herzliche Gruesse
    Jordan

  3. Liebe Maya, ich habe ähnliche Erfahrungen in der Kindheit gemacht und hatte eine komplexe PTBS. Ich habe zwar Therapien gemacht, aber auch dort keine Hilfe bekommen. Mir hat es geholfen, mich mit einer anderen Betroffenen zusammen zu tun, wir haben uns angefreundet und uns gegenseitig gemeinsam aus dem Dickicht heraus gearbeitet. Ich wünsche dir alles Gute! Lara

    • Hallo Lara,
      es freut mich, dass Du für Dich einen Weg gefunden hast! Ich denke, dass sie so individuell sein können wie wir es sind.
      Alles Gute Dir und vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Maya

  4. Liebe Maya,
    ich bin über das Inselforum hier gelandet und finde Deine Seite wirklich gut gelungen. Es ist „schön“ eine Seite wie diese im Netz zu wissen, auch wenn es natürlich viel schöner wäre, wenn es das alles nicht geben würde…
    Diese HP ist wirklich mit viel Liebe und Detail entstanden, dass gefällt mir besonders.
    Ich wünsche Dir alles erdenklich gute.
    LG nami

  5. Hallo Maya,

    Deine Erlebnisse in Deiner Kindheit kann ich 1:1 auf meine Übertragen. Ich bin 1963 geboren worden, hatte gewalttätige Eltern, die auch vor sexuellem Missbrauch nicht halt machten und leide ebenfalls unter einer PTBS. Nach 12 Jahren Therapie habe ich vor 14 Tagen meine letzte Traumatherapie beendet. Nun sitze ich vor meinem Laptop und musste mich heute krank schreiben lassen, weil ich unter der Depression leide, weil ich (nach der Meinung eines Teils in mir) von nun an keinen mehr habe, der mir zuhört. :o) Das stimmt natürlich nicht ganz so (sagt jetzt ein erwachsener Teil in mir). Was ich heute aktiv machen werde ist, mich an unser Trauma- und Opferzentrum zu wenden, um mich wegen weiterer Therapie beraten zu lassen. Was ich brauche, ist ein „Gegenüber“, der emotional fähig ist, meinem Erlebten zu zu hören, auch wenn ich von erinnerter Gewalt rede. Und natürlich suche ich nach privaten „Ventilen“ und „Netzen“, dass ich in den kommenden Monaten meinen/einen Therapeuten ersetzen kann. –
    Puh. Ich danke Dir sehr für Deinen Block! Reden hilft. Ich finde es sehr schön, inspirierend und aufbauend in Deinem Blog zu lesen.

    Liebe Grüße an Dich,

    Andreas

    • Hallo Andreas,
      vielen Dank für Deine Nachricht. Es tut mir leid, dass es Dir nach der Therapie so schlecht geht. Würdest Du denn sagen, dass sie – zumindest in Teilen oder für einzelne Teile – erfolgreich war? Und konntest Du in diesem Rahmen von Deinen Erlebnissen berichten? Ich frage, weil Du schreibst, dass Du ein Gegenüber suchst, was emotional dazu fähig ist, sich Deine Erlebnisse anzuhören.
      Mir fällt es noch immer sehr schwer, über meine Verletzungen zu sprechen. (Typisch: Wenn ich das so schreibe, habe ich schon wieder das Gefühl zu übertreiben und „die Sache“ großzureden. Wahrscheinlich tue ich das auch.) Einerseits habe ich ein großes Bedürfnis nach Trost, andererseits bin ich kaum dazu in der Lage, mich emotional beteiligt mitzuteilen.

      Ich wünsche Dir sehr viel Erfolg bei Deiner Suche!

      Alles Gute Dir und viele Grüße
      Maya

  6. Hey ihr Alle!
    Hier macht keiner Irgendwas größer als es ist!
    Ich kenne das Gefühl und weiß wie scheiße es ist, dass man diese Angst (oder Hoffnung?) einfach nicht losbekommt. ich frage mich ob es irgendwann gut sein wird und man lernt wieder gut und gerne zu leben oder dank solcher Erfahrungen lebenslang nur noch Kämpfen muss.
    Friede und Heil wünsch ich uns allen!!

  7. Hallo, ich weiss nicht, ob das hier noch gelesen wird. ich leide unter derselben Problematik und kann euch sehr die Bücher und die Website von Alice Miller empfehlen.
    Liebe Grüße

  8. Hallo Maya, schöne Seite und therapeutisch bestimmt wirksam, sich alles von der Seele zu schreiben. Ich habe auch viel Gewalt in meiner Kindheit und Jugend erfahren und mache momentan eine EMDR Therapie und meine Diagnose ist ebenfalls PTBS. Diese Therapie finanziere ich selbst. Ja, ich gehöre zu den wenigen, die sich nicht mit den Krankenkassen rumschlagen müssen, ich weiß auch nicht, ob ich die Kraft dazu hätte…
    Du schreibst, es gibt schlimmeres, klar, gibt es bestimmt, aber deine Gewalterfahrungen sind schlimm genug. Ich lese in deinem Text gar keine Übertreibungen. Gewalt von Bezugs- und Vertrauenspersonen sind sehr zerstörerisch für die kindliche Seele und eine komplexe PTBS bekommt man nicht wegen einer Ohrfeige, es beeinträchtigt das ganze Leben. Bis die ganzen Traumatisierungen durchgearbeitet und wiedererinnert werden, geht man durch die Hölle. Gebe nicht auf! Ich wünsche Dir viel Kraft auf deinem Weg. Von anderen Traumatisierten hab ich gehört: „ES LOHNT SICH“. Ich persönlich befinde mich noch auf dem Weg, wie lange es dauert weiß ich nicht. So wünsche ich dir sehr viel Kraft und Unterstützung!

    Herzliche Grüße

    Tara

  9. Du solltest erst einmal realisieren das du durch deine Eltern Gewalt erfahren hast und was das mit dir gemacht hat ,das Trauma wird leichter und ertragbarer wenn es raus ist ,wenn es so zu sagen auf dem Tisch liegt ,am besten vor deinen Eltern ,dann bist du ein sehr großes Stück weiter und auch leichter,dann bist du selbst wieder anwesend.. viel Kraft und Mut ,mir ging es genauso wie dir ,du musst ganz mutig sein für dich selbst ,für deine verlorenes ICH ,dich selbst zu vertreten und nicht wieder einschüchtern zu lassen..

  10. Liebe Maya,
    vielen Dank für diese Webseite und deinen Bericht. Es ist sehr hilfreich zu wissen,wie schwer solche Erfahrungen wirken und dass es nicht an einem selber liegt, wenn man dadurch zerstört wird.
    Ich bin Jahrgang 74 und habe emotionalen Mißbrauch durch meine Mutter erfahren.
    Nun habe ich mit 42 Jahren und nach einigen Fehldiagnosen herausgefunden, warum es mir mein ganzes Leben so schlecht ging, weil ich komplexe PTBS habe.
    Ich hoffe jetzt beginnt der Weg der Heilung.
    LG, Jenny

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