Symptome

Ich leide unter folgenden Problemen:

  • Ängste (häufig scheinbar grundlos, besonders vor Krankheiten und Medikamenten)
  • Panikattacken (in vermeintlich unkontrollierbaren Situationen)
  • Somatisierungsstörungen und psychosomatische Beschwerden (Bluthochdruck, Kopfschmerzen, chronische Magen-Darm-Probleme, Verspannungen)
  • dissoziatives Erleben (Aussteigen, Entfremdungsgefühl, Erstarren)
  • Ego-State-Disorder
  • Depressionen
  • selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten
  • negative Glaubenssätze (z. B. „Wenn es mir gut geht/ich nicht damit rechne, passiert etwas Schlimmes.“), die meine Ängste verstärken
  • starke körperliche Symptome bei Triggerreizen, was zu Panikattacken und/oder zum Aussteigen führt
  • mangelnder Bezug zu meinem Körper
  • ständige Anspannung und Übererregtheit
  • keine Nähe zulassen können
  • sozialer Rückzug
  • ständiges Grübeln
  • Zweifel an meiner eigenen Wahrnehmung/Erinnerung
  • teilweise nur bruchstückhafte Erinnerungen (Gefühle dazu fehlen)
  • Antriebslosigkeit, Leere, Erschöpfung
  • Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit
  • extreme Einsamkeit
  • Schuldgefühle, Scham
  • sexuelle Probleme
  • unstillbares Bedürfnis nach Trost/einem „Retter“
  • täglicher Alkoholkonsum (mittlerweile kontrollierte Menge)

Manchmal geht es etwas besser, besonders, wenn ich viel arbeiten muss.

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6 Gedanken zu „Symptome

  1. Hallo! Habe Deinen Link von meiner Therapeutin bekommen, da er sie so sehr an mich erinnert hat. Ich habe zwar nicht die Gewalterfahrungen Deiner Kindheit hinter mir (die mich sehr berührt und erschüttert haben!) – zumindest kann ich mich daran nicht erinnern, aber es gibt tatsächlich jede Menge Parallelen in unseren Lebensverläufen. Vielleicht kann ich später noch mehr schreiben -zunächst hat mich aber unter anderem Dein Bericht über die Therapieerfahrungen absolut an meine eigenen ersten Versuche in dieser Hinsicht erinnert. Vor meinem Komplett-Zusammenbruch mit Herzinfarkt etc. war ich zwei mal bei Therapeuten – das erste mal sehr kurz, ca. 4-5 Stunden, bei einer Verhaltenstherapeutin (mir waren damals die Unterschiede der Therapieformen noch nicht weiter bekannt), die bereits in der ersten Stunde erklärte, in ihrem eigenen Leben sei noch viel mehr im Argen und das müsse man ja wohl ertragen können. Genau wie Du schämte ich mich zuerst, dass ich überhaupt wegen solcher „offensichtlichen Lappalien“ Hilfe gesucht hatte. Ein Jahr später schickte mich mein Internist zu einem ihm bekannten Therapeuten (tiefenpsychologisch), der mich eineinhalb Jahre behandelte, ohne Ergebnis und auch ohne erkennbare Reaktion auf meine Erzählungen und Fragen! Nach jeder Sitzung war ich zwar froh, dass ich endlich einmal über meine Gedanken sprechen konnte, aber Hilfe bekam ich dort nicht. Am Ende sagte dieser Therapeut auch zu mir, das sei ja alles so furchtbar, dass er gar nichts dazu sagen könne. Da hatte ich allerdings schon zwei komplette Zusammenbrüche des Immunsystems und des Nervensystems hinter mir und sollte offiziell wegen Burnouts behandelt werden – leider konnte dieser Psychologe das nicht. Die Therapeutin, die ich jetzt habe, hat mir endlich helfen können, ähnlich wie bei Dir. Ich habe sie in einer Klinik gefunden, die leider über 300 km von meinem Heimatort entfernt liegt und nicht von der Kasse übernommen wird. Da sie aber die Einzige war, die mir aus tiefster Depression, Panik- und Schmerzattacken einen Weg nach „draußen“ zeigen konnte, war mir die Entfernung egal. Nach einem Jahr versuchte ich nochmals, hier jemanden zu finden. Ich besuchte drei Therapeuten, wobei es jedes Mal wieder schrecklich war, alles von vorne zu berichten und die Symptome immer wieder von Neuem begannen. Alle drei waren nach den Probestunden der Meinung, dass es schrecklich um mich stand, aber sie sich nicht in der Lage sahen, mir dabei zu helfen – und ich doch außerdem einen sehr kompetenten und lebenserfahrenen Eindruck machte, so dass ich vielleicht gar keine zusätzliche Hilfe brauchte?! Was für eine unglaubliche, widersprüchliche Aussage!
    Es gibt noch viele weitere Parallelen, bestimmt melde ich mich noch einmal. Was mir zum Beispiel außer der Therapie noch geholfen hat, ist, wie Du auch erwähnst, die Körperarbeit. Unter anderem gelingt dies durch eine sogenannte Atemtherapie, die sich nicht auf die Atemtechnik beschränkt, sondern erlebte Traumata bzw. problematische Situationen eine Stimme gibt bzw. einer bestimmten Figur zuordnet und diese dann durch Atmen und Anleitung der Therapeutin integriert, damit der Körper dies als Bestandteil erkennen kann. Klingt seltsam und kompliziert, ist aber bei der richtigen Führung hoch wirksam! Schau mal unter „Voice Dialogue“ im Netz nach, da wird auch viel erklärt; es hat wirklich nichts mit Esoterik zu tun! Weiterhin hilft mir die Entspannungstechnik Chi Gung, die zwar langsam aber dafür stetig sehr viel im Körper bewirkt.
    Mach weiter auf Deinem Weg, ich bewundere Dich dafür! Ich bin auch bereits seit drei Jahren auf dem Weg, immer wieder mit Rückschlägen, aber auch mit tollen Fortschritten! Herzliche Grüße

    • Hallo Bine,
      vielen Dank für Deinen langen und intensiven Beitrag. Es ist wirklich bitter, dass auch Du so lange auf eine hilfreiche Therapie warten musstest. Und es ist schön, dass Du mittlerweile ebenfalls postive Erfahrungen machen kannst und konntest.
      Ich möchte in den nächsten Tagen gerne noch ausführlicher antworten, an dieser Stelle aber schon mal ein Danke, alles Gute Dir und viele Grüße
      Maya

    • Hallo Bine,
      es würde mich freuen, noch einmal von Dir zu hören, vielleicht per Mail? Wenn Du magst, melde Dich doch noch einmal!
      Viele Grüße
      Maya

  2. Hallo Maya,

    ich weiss nicht ob Du den Blogg noch pflegst, versuche trotzdem meinen „Senf“ dazu zu geben. Befinde mich in einer ähnlichen Situation und hätte gern gewusst ob Du weitere Fortschritte machen konntest.

    Ich habe vor, Anfang des Jahres mit einer Körpertherapie zu beginnen und bin ziemlich interessiert wie es bei Dir weiter lief / läuft?

    Mein „Ausbruch“ begann vor 12 Jahren. Bis dahin hatte ich es geschafft mittels Depersonalisation/Derealisation, Worc-o-holic-Mentalität, Medikamenten und Alkohol meine ANP aufrecht zu erhalten. Ich habe festgestellt das viele kPtBS-Pat. im Alter von Mitte dreissig ihren „Aus-oder Zusammenbruch“ bekommen.

    Jetzt geht es mir saumäßig. Ich bin bettlägerig, habe Ganzkörperschmerzen, bekomme nichts über nötige Körperhygenie hinaus gebacken. Das kann / darf nicht so bleiben.

    Meine größten Probleme sind Selbstfürsorge vs. Selbsthass, Imaginationsübungen (weiss nicht was sicher ist, das Gefühl/Wissen ist mir total fremd) Loslassen (innerer Muskelpanzer), Hyperarousal.

    Habe mich in vielen Deiner Beschreibungen wieder gefunden, alles / vieles theoretisch zu wissen hilft leider nicht in der Praxis. Ich weiss noch das ich, bei div. Klinikaufenthalten, immerzu alle gefragt habe wie sich diese und jene Gefühle „anfühlen“. Eben voll der „Kopfkacker“.

    Hoffe, Du meldest Dich. Alles Gute

    alia

  3. Hallo Maya…ich bin etwas sprachlos über die Dinge die Du schreibst..ich habe mich selten in Worten so wiedergefunden, wie in Deinen…die Symptome, all das ist mir so bekannt! Man dreht und windet sich…sucht nach Hilfe die Seele schreit…immer und immer wieder…mal ist es hell mal sehr dunkel…erinnerungen die keine sind…und man sucht weiter…nach sich, nach antworten… danke dafür das du schreibst…oft fühlt man sich sehr allein…aber wenn ich deinen Blog lese…weiß ich das es viele Menschen gibt, die ähnliches erleben…

    Viele Grüße
    Sylvia

  4. Hallo, ich antworte nach Jahren auf eure Schreiben. Ich bin Peter, inzwischen 34 alt und leide
    auch unter komplexer PTBS. Ursache ist ein komplexes und langwieriges Trauma in der Kindheit, das bereits in aller Frühe meiner Erinnerung einsetzt. Ich wurde von meinem Großvater seit ich mich erinnern kann auf brutalste Weise und sadistischste Form sexuell missbraucht. Es sind sehr viele Dinge geschehen, die man nicht vergessen kann, nur um einen Teil anzudeuten – ich habe meinem Großvater mal zum Geburstag einen kleinen Kaktus geschenkt, den hat er mir „zum Dank“ in den After gerammt. Solch schmerzhafte und gewalttätige Erfahrungen musste ich zu zig machen. Meine Symptome heute sind folgende:

    – Flasbacks, inzwischen besser geworden
    – Angstzustände, die mit dem Trauma verknüfpt sind
    – teils Dissoziation
    – emotionale Instabilität
    -Rückzug
    -chronische Traurigkeit, Depression
    -Suizidgedanken, oft langanhaltend und latent
    -Perspektivlosigkeit
    -Erschöpfung, geringe Belastbarkeit

    Könnte die Liste endlos fortsetzen. Ich bin mit 16 krank geworden (zuerst Diagnose Depression), dann mit 19 erste Erinnerungen an das erlittene Trauma, folgende Therapie bis ich 21 war und zu studieren begann. Dann kam eine ziemlich stabile Zeit, ich habe mein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen, war auch ein halbes Jahr im Ausland. Ich habe dann ein Doktoratsstudium angehängt, das ich auch mit Auszeichnung abgeschlossen habe. Nach meiner Promotion arbeitete ich bis 2012 im wissenschaftlichen Bereich auf der Universität in Forschung und Lehre. Die Wissenschaft als Berufung ist mein Lebenselixier. Mit 28 Jahren, als ich aus dem Ausland zurükkam, hat meine zweite Krankheitsphase begonnen, hier bekam ich irgendwann die Diagnoe komplexe PTBS. Ich bin bis heute in dieser Krankheitsphase, habe zig Krankenhausaufenthalte mit dem jeweiligen Ziel der Stabilisierung hinter mir. Seit Oktobr 2012 mache ich eine spezifische Traumatherapie bei einer sehr geschulten Traumatherapeutin und hier gibt es Fortschritte. Leider bin ich seit zwei Jahren arbeitslos, ich publiziere noch regelmäßig, schreibe Bücher und halte Vorträge im In- und Ausland, kämpfe aber um eine wissenschaftliche Festanstellung, ich bin auch bereit hierfür wieder ins Ausland zu gehen. Meine Symptome sind seit ca. sechs Jahren wie oben beschrieben. Im Moment kämpfe ich sehr mit Sinnlosigkeitsgedanken und einer tiefen Todessehnsucht, die aus einem auf mich selbst projizierten Hass, der eigentlich dem Missbraucher gilt, herrührt. Schwer zu verarbeiten, aber ich kämpfe. Ich bin seit einigen Jahren sehr zurückgezogen, habe inzwischen meine eigene Wohnung fast aufgegeben und lebe seit ca. eineinhalb Jahren bei meinen Eltern. Ich habe hier das Gefühl, Schutz vor den PTBS-Belastungen zu haben. Mein nächstes Therapieziel ist es, mein Innensystem soweit zu integrieren, dass ich wieder in meiner Wohnung leben kann, ohne zu verzweifeln und Angst vor Missbrauchsrückfällen zu haben. Ich wünsche mir diesen Schritt sehr, nehme ihn mir auch für jeden Tag vor, werde dafür aber noch etwas Arbeit, Mühe und Zeit mit meiner Therapeutin aufwenden müssen. Was ich mir am meisten wünsche, ist Licht in der Traurigkeit und wieder einen greifbaren Sinn im Leben, Aufgaben, die spannend sind und bereichern. Für mich ist das vielfach die Wissenschaft. So – ein langer Text ists geworden, würde mich sehr über Austausch freuen.

    PS: Was mich im Moment am meisten hindert, wieder in meien Wohnung zu gehen, ist die Angst vor flashbacks; ich erlebe insbesondere drei bis vier Vorfälle großer Gewalt immer wieder; ich habe bei flashbacks panische Angst, von meinem Missbraucher geschlagen und getreten zu werden, was oft mit größer Brutalität geschah. Das hat sich so sehr eingebrannt – ich werde dessen nicht Herr.

    Ich grüße euch!

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